Samstag, 13. Oktober 2012
I don't know what you did last summer
ich koennte hier jeden tag alles vollschreiben, soviel passiert, aber ich habe mich dagegen entschieden. so werden sie leider nie erfahren, warum ich jetzt offene beratungssprechstunden im gemueseladen abhalte. oder wie es kam, dass eine mir hoechst sympathische frau und ich, die beide aus dienstrechtlichen gruenden leider keinen privaten kontakt zueinander haben duerfen, jetzt jeweils fuer das lebensglueck des kindes der anderen mitverantwortlich sind. zumindest fuehre ich ja offiziell zwei komplett unterschiedliche identitaeten, das hilft in der praxis beim auseinanderdroeseln unseres nicht-kontakts.
und wo wir gerade bei praxis sind: wir machen auch noch eine therapie. ich kann sie beruhigen: niemand will sich trennen, niemand ist ueber gebuehr verhaltensauffaellig, und eigentlich sind wir weite strecken des tages gluecklich und zufrieden. doch wer weiss, vielleicht habe ich zu lange in den usa gewohnt, als dass ich es noch fuer moeglich halten koennte, dass man leichte unstimmigkeiten alleine in den griff kriegen koennte. sie verstehen natuerlich, dass sie das ueberhaupt nix angeht, nur soviel: wir sind nach 5 zeitstunden schon zufriedener, als es fuer das zusammenleben in einer kleinfamilie noetig waere. aber das ist ja durchaus positiv. an ein paar winzigkleinen gespraechsfetzen moechte ich sie aber dennoch teilhaben lassen:

"ich finde es wirklich interessant, dass zwei menschen wie sie verheiratet sind. miteinander."

"ich kenne ihr kind ja jetzt nicht, aber ich nehme an, er ist verbal sehr [mittlere pause, blick von vater auf mutter] eloquent."

herr h. erklaert unsere strikte 50:50 teilung, die nur in winzigen einzelfaellen durchbrochen wird: "das funktioniert aber auch sehr gut. meine frau kocht zb alleine, und ich handwerkere alles." frau h.: "wenn ich mich richtig erinnere, gab es in den letzten 4 jahren jeden tag was zu essen, und in den letzten 3 jahren kein licht in der kueche."
chapeau.

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Sonntag, 7. Oktober 2012
Spielszene
im spiel. herr n. hat die kreuzdame gespielt, frau n. hat durch einen spielzug kenntlich gemacht, dass sie keine kreuzdame hat. leider hat frau n. kein ausgepraegtes gespuer dafuer, wer mit ihr spielt (naemlich ich), daher gebe ich sehr explizite hinweise. mein blatt ist schlecht, ich habe nur 4 truempfe, pik dame, zwei buben, und karo 9. herr h. ist vor mir dran und spielt ein fehlfarben-as, welches ich nicht bedienen kann. ich ueberlege kurz, weiss, dass die pik dame auf jeden fall von herrn n. noch einkassiert werden koennen sollte und spiele folgerichtig die karo 9. herr n. und herr h. stoehnen uebertrieben und beginnen, mich zu massregeln. ich versuche, mich zu rechtfertigen, doch niemand hoert mir zu. irgendwann zwingt mich herr h., meinen groessten trumpf zu spielen (denkend, dass das wirklich ein grosser trumpf sei), und ich spiele die dame, damit das geraeusch aufhoert.

jetzt weiss ich nicht mehr genau, was im vorfeld passiert war, jedenfalls sage ich zu frau n., dass sie ja jetzt genau wuesste, was zu tun sei. frau n. weiss das allerdings nicht, und ich weise mehrmals verklausuliert darauf hin, dass ich ja meinen dicksten trumpf gespielt haette, woraus man ja ableiten koenne, dass ich keine kreuz dame habe. eine diskussion entbrennt. zehn minuten spaeter komme ich zu dem entschluss, dass ich lieber wieder meine eigenen entscheidungen treffen moechte und nehme die dame zurueck und lege die 9 wieder hin (das ging zu diesem zeitpunkt, wir waren angespannt). frau n. scheint immer noch nicht zu durchschauen, dass wir zusammenspielen.

drei runden weiter. noch eine karte, ich habe erstaunlicherweise immer noch die pik dame auf der hand. herr n. hat keinen trumpf mehr, herr h. hat partiellen gedaechtnisverlust und spielt mit siegerpose das karo as auf. dann stille. dann bricht herr n. auf dem tisch zusammen. dann fange ich vor lachen an zu schreien. dann spiele ich die pik dame und gewinne das spiel mit fuchs gefangen. dann bricht auch herr h. auf dem tisch zusammen und sagt: "du hattest eine pik dame??" dann erklaert herr n. ihm, dass diese pik dame ja im spielverlauf ca. 15 minuten sogar offen auf dem tisch lag, man haette also wissen koennen, dass ich eine hatte. dann erklaere ich, dass ich fortan keine spielverbesserungsnoetigungen von herrn h. mehr akzeptiere, da er offensichtlich das spiel nicht verstanden habe. dann lachen wir 30 minuten so hysterisch, dass ich 2 pakete taschentuecher aus der handtasche holen muss. und wenn sie nicht doppelkopf spielen, vergessen sie alles, was sie gerade gelesen haben.

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Sonntag, 7. Oktober 2012
(Beim Doppelkopf)
wichtige durchsage: soeben ist genau das passiert, was sich seit jahren schon angekuendigt hat: herzbruch und novemberregen sind zu einer grossen person verschmolzen.

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Same procedure as every semester
semestereinlaeuten bei den ns. frau n ist schon seit einer stunde im bett, ich bin soeben zu ona gekrochen. in der kueche sind jetzt noch die herren h. und n., die lustigerweise beide gar nicht soooo die vielredner sind. und jetzt wird sich das wiederholen, was jedes semester vorfaellt: ich werde noch bis 2 uhr den doppelkopfstrategien (morgen spielen wir, das weiss frau n. noch nicht, und ich kann das aehnlich gut wie valenciano sprechen) lauschen, dann werde ich einschlafen. um 3 uhr werde ich wach, da mein unterbewusstsein sich dagegen straeubt, dass ich die stimme meines mannes ueber fussball reden hoere. um ca. 4 uhr wird die stimme meines mannes lauter werden, weil er ja schon die tuerklinke in der hand hat, will er doch ins bett kommen. aber jetzt schwenkt das gespraech auf gerhard schroeder, da bleibt er doch noch ein bisschen. gegen 5 uhr wird er sich ueber den puff gegenueber beschweren.

gegen ungefaehr 8 uhr wird er sich beim kind beschweren, dass es jetzt aufstehen moechte. er ist noch muede.

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