Freitag, 24. August 2012
Fernseh macht Spass
herzbruch, 19:17h
es gibt ja nur sehr wenige geisteswissenschaftler, die intellektuell so verkuemmert sind, dass sie sichtbar und offen im besitz eines fernsehgeraetes sind. vorschlag: gehen sie doch mal auf eine party mit vielen rolli- und hornbrillentraegern und sagen sie so etwas wie: "ich sehe gerne den muenster-tatort." wer am ende der party die meisten "kenn ich nicht, wir haben ja gar keinen fernseher" gesammelt hat, der hat gewonnen.
aber wieder zum thema. da ist also frau hoehler, der schlankeste graue hosenanzug der politischen talkshow-welt, wortlos aus dem kulturzeit studio gelaufen, weil sie anscheinend die interviewfragen gemein fand, und dann kommentieren das leute, die eben kulturzeit gucken, und die sind dann
"Etymosoph und Publizist
Spirituelle Sprachforschung"
da soll mal einer sagen, fernseh macht nicht schlau. ich hab zum beispiel ganz neue berufe gelernt. mit 36.
aber wieder zum thema. da ist also frau hoehler, der schlankeste graue hosenanzug der politischen talkshow-welt, wortlos aus dem kulturzeit studio gelaufen, weil sie anscheinend die interviewfragen gemein fand, und dann kommentieren das leute, die eben kulturzeit gucken, und die sind dann
"Etymosoph und Publizist
Spirituelle Sprachforschung"
da soll mal einer sagen, fernseh macht nicht schlau. ich hab zum beispiel ganz neue berufe gelernt. mit 36.
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vert,
Freitag, 24. August 2012, 20:55
geil. spirituelle sprachforschung. was macht man denn da so den ganzen tag?
(und, hey, ich habe einen fernseher an zwei wohnsitzen _und_ mag den münster-tatort. leider vergesse ich den immer. fernseher und tatort)
(und, hey, ich habe einen fernseher an zwei wohnsitzen _und_ mag den münster-tatort. leider vergesse ich den immer. fernseher und tatort)
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croco,
Freitag, 24. August 2012, 21:00
Komm ja nicht aus der Literatenwolke. Aber dieser Beruf hat es mir auch angetan.Zumindest hat der Mann einen Computer und Internet, trotz Verachtung sämtlicher durch Elektronen angetriebener Geräte.
Spirituelle Sprachforschung. " Ich fühle, was du mir sagen willst, über 100 Kilometer."
Spirituelle Sprachforschung. " Ich fühle, was du mir sagen willst, über 100 Kilometer."
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herzbruch,
Freitag, 24. August 2012, 21:10
reibt sich denn hier niemand am "etymosophen"? ist das nicht auch mindestens geil? und das ist sogar gecopyrighted. ich glaube, ganz vereinfacht kann man es so beschreiben: prinz charles spricht mit blumen, der etymosoph spricht mit woertern.
(und da verbringt man die haelfte seines lebens mit studieren, promovieren und habilitieren, und dabei kann man sich ja auch einfach was ausdenken und populaer"wissenschaftlich" verkaufen. irgendeine mutti (pardon allen muttis, die es besser wissen) wird's schon lesen wollen.)
im naechsten interview, sollte ich nicht rauslaufen:
"frau h., was machen sie denn beruflich?"
"ich bin semantosyntaktosophin."
(und da verbringt man die haelfte seines lebens mit studieren, promovieren und habilitieren, und dabei kann man sich ja auch einfach was ausdenken und populaer"wissenschaftlich" verkaufen. irgendeine mutti (pardon allen muttis, die es besser wissen) wird's schon lesen wollen.)
im naechsten interview, sollte ich nicht rauslaufen:
"frau h., was machen sie denn beruflich?"
"ich bin semantosyntaktosophin."
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pathologe,
Montag, 27. August 2012, 12:00
Ich
bin ebenfalls jetzt über den Etymosophen gestolpert. Wikipedia kennt ihn nicht, bietet mir aber "Etymologie" an. Wortfindungen. Aber schon interessant, wie der Herr da ein neues Wort als Beruf gefunden hat. Was kommt als Nächstes? Ein Krankheitsbild namens "Etymosophobiker"? Ein Wortfindungsstörer? (Da will ich dann aber das Copyright darauf. Muss dann wohl "Etymosophobiker pathologensii" heißen.)
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kenzaburo,
Samstag, 1. September 2012, 02:46
ich empfehle ganz dringend den beitrag von herrn malmsheimer, wenn worte reden koennten. niemals in den letzten jahren habe ich mehrfach so lautschallend gelacht und das sage ich als literaturwissenschaftler, fernsehvielglotzer und tatort-hasser
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herzbruch,
Freitag, 24. August 2012, 21:16
Ich brech zusammen
zitat:
"Worte haben einen Sinn und einen Ursprung. Jedes Wort entspringt der kosmischen Quelle aus dem unveränderlichen Sein und nimmt durch den Menschen verschiedene Formen und Gestalten an."
ich brech zusammen. und sollten sie im moment noch zweifeln, ob sie nicht doch vielleicht irgendwas mit sprachen studieren wollen, tun sie mir den gefallen und umfahren sie solche literatur grossraeumig. solches "wissen" kriegen wir, die wir ja recht genau wissen, dass woerter nicht einer kosmischen quelle entspringen, hinterher nicht mehr aus ihnen rausgepruegelt. und meine ressourcen sind mit dem eskimo-wortschatzmythos schon am limit.
"Worte haben einen Sinn und einen Ursprung. Jedes Wort entspringt der kosmischen Quelle aus dem unveränderlichen Sein und nimmt durch den Menschen verschiedene Formen und Gestalten an."
ich brech zusammen. und sollten sie im moment noch zweifeln, ob sie nicht doch vielleicht irgendwas mit sprachen studieren wollen, tun sie mir den gefallen und umfahren sie solche literatur grossraeumig. solches "wissen" kriegen wir, die wir ja recht genau wissen, dass woerter nicht einer kosmischen quelle entspringen, hinterher nicht mehr aus ihnen rausgepruegelt. und meine ressourcen sind mit dem eskimo-wortschatzmythos schon am limit.
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muerps,
Freitag, 24. August 2012, 23:00
Das ist also das sprachwissenschaftliche Äquivalent
zu naturwissenschaftlichen Hokuspokus ("der Bergkristall im Wasser ändert den [nicht existenten] Drehwert des Wassers von links auf rechts, was das Wasser gesünder macht").
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prieditis,
Freitag, 24. August 2012, 23:19
Bei denen hängen so komische Bilder mit einem aus dem Nichts entspringenden Wasserfall...und Delphine von Schwarowsky, äh, ich meine natürlich Rosenquarz
Anständige Menschen habenprieditis ein Poster von der Brücke aus Sankt Franziskus mit Glühbirnchen... oder wenigstens einen Beefeater-Spiegel... oder beides
Anständige Menschen haben
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herzbruch,
Freitag, 24. August 2012, 23:30
also bei uns haengt ja prieditis.
(im fundus liegen noch grossformatige schwarzweissschinken von amsterdam und sankt franziskus. aber ich darf das. die haengen ja weder sichtbar, noch habe ich keine verbindung...)
(im fundus liegen noch grossformatige schwarzweissschinken von amsterdam und sankt franziskus. aber ich darf das. die haengen ja weder sichtbar, noch habe ich keine verbindung...)
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croco,
Samstag, 25. August 2012, 10:47
Aufm Klo geht immer, auch Kronleuchter.
Das ist dann für alle Ironie.
Da passen sogar Bergkristalle und Schüsslersalze.
Homöopathische Mengen an Klopapier.
Also hier hängt Fenedich.
Das ist dann für alle Ironie.
Da passen sogar Bergkristalle und Schüsslersalze.
Homöopathische Mengen an Klopapier.
Also hier hängt Fenedich.
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prieditis,
Mittwoch, 29. August 2012, 13:15
Ironie für die Massen
Ich mag das! Ich habe lange so gewohnt! Mit Gold an der Decke und den Wänden!
Positive Nebeneffekte: Kein Handyempfang, niedrige Heizkosten! ;o)
Und das war das Auto dazu:

Ich mag das! Ich habe lange so gewohnt! Mit Gold an der Decke und den Wänden!
Positive Nebeneffekte: Kein Handyempfang, niedrige Heizkosten! ;o)
Und das war das Auto dazu:

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croco,
Mittwoch, 29. August 2012, 21:48
Cool :-)
Das gefällt mir.
Hatte früher mein Auto innen mit Stoffblumen dekoriert, und Vogelnester.
Jetzt hab ich nur noch Fledermäuse, weil das Auto schwarz ist. Logisch, oder?
Nein, einziehen soll hier niemand. Obwohl die meisten so ne Woche bleiben. Weiß auch nicht warum . Vielleicht ist das Gästeklo zu chic.
Das gefällt mir.
Hatte früher mein Auto innen mit Stoffblumen dekoriert, und Vogelnester.
Jetzt hab ich nur noch Fledermäuse, weil das Auto schwarz ist. Logisch, oder?
Nein, einziehen soll hier niemand. Obwohl die meisten so ne Woche bleiben. Weiß auch nicht warum . Vielleicht ist das Gästeklo zu chic.
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ulfur grai,
Sonntag, 26. August 2012, 10:51
Vorschlagserweiterung
Fragen sie dieselben Nichtfernsehbesitzer anschließend mal, Hand aufs Herz, wie viele kultige, ach-so-sophisticated Serien sie sich an den letzten verregneten Wochenenden über andere Bildschirme gleich staffelweise reingezogen haben. Daß einer keinen Fernseher mehr im Wohnzimmer stehen hat, besagt heutzutage doch gar nichts mehr.
P.S. Heute abend Tatort mit dem Ex-Wasserschutzpolizisten aus Konschtanz gegenüber. Da macht man denn doch lieber mal was anderes.
P.S. Heute abend Tatort mit dem Ex-Wasserschutzpolizisten aus Konschtanz gegenüber. Da macht man denn doch lieber mal was anderes.
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berenike,
Montag, 27. August 2012, 00:05
Genau.
Ich gehöre zu solchen Nichtfernsehbesitzern und gucke trotzdem gerne Münster-Tatorts (und alle anderen auch). Nur gucke ich selten am Sonntagabend, sondern rufe schonmal aus Versehen zu dieser heiligen Zeit anderen Leute an...
Ich gehöre zu solchen Nichtfernsehbesitzern und gucke trotzdem gerne Münster-Tatorts (und alle anderen auch). Nur gucke ich selten am Sonntagabend, sondern rufe schonmal aus Versehen zu dieser heiligen Zeit anderen Leute an...
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jammernich,
Mittwoch, 29. August 2012, 12:44
Gibt kaum etwas, was ich nerviger und pseudoelitärer finde als dieses "wir haben ja gar keinen Fernseher"-Gerede.
Dass es größtenteils nur Schund im TV gibt, ist sicher unstrittig. Aber niemand sagt ja, er habe kein Buch, nur weil es grottige Groschenromane gibt (guck an, Alliteration).
Dass es größtenteils nur Schund im TV gibt, ist sicher unstrittig. Aber niemand sagt ja, er habe kein Buch, nur weil es grottige Groschenromane gibt (guck an, Alliteration).
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kecks,
Mittwoch, 29. August 2012, 12:50
...bildschirme sind wunderbar. das fernsehprogramm ist es nicht. "wir haben keinen fernseher" sagt mehr sowas wie "ich finde das tv-programm bescheiden und möchte meine zeit nicht damit füllen". es heißt nicht "ich nutze keine bildschirme". (natürlich schaut man sich manches gerne an, etwa einen tatort mit anderen in der kneipe. wieso auch nicht.)
wenn du mal längere zeit mit leuten aus bildungsferneren schichten gearbeitet hast, dann wird dir auffallen, dass tv-konsum ("hast du das bei galileo gesehen?") und bildungsnähe leider, leider, leider ganz heftig korrellieren.
wenn du mal längere zeit mit leuten aus bildungsferneren schichten gearbeitet hast, dann wird dir auffallen, dass tv-konsum ("hast du das bei galileo gesehen?") und bildungsnähe leider, leider, leider ganz heftig korrellieren.
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jammernich,
Mittwoch, 29. August 2012, 13:14
Nun, ich bin ja keine 30 mehr und habe in meinem Leben genug Beweise für die genannte Korrelation gesehen, um keinerlei Zweifel daran zu hegen.
Das ist aber nicht mein Punkt. Das Gerede, das ich meine, mag vielleicht "ich finde das tv-programm bescheiden und möchte meine zeit nicht damit füllen" meinen, wobei ich auch daran zweifele, es klingt für mich eher nach einer Einordnung aller Leute, die einen Fernseher besitzen in die Kategorie derer, die in die schlechte Seite der Korrelation passen.
Der Ton macht nun mal die Musik und ich habe diese Aussagen noch nie in einem sachlichen Ton oder gar so eindeutig formuliert (verschwendete Zeit für MICH) vernommen.
Für mich klang das stets eher so: "Was??? Ihr habt einen Fernseher? Also WIR brauchen ja keinen. Muss ja jeder selber wissen, wie er seine kostbare Zeit verbringt..."
Das ist aber nicht mein Punkt. Das Gerede, das ich meine, mag vielleicht "ich finde das tv-programm bescheiden und möchte meine zeit nicht damit füllen" meinen, wobei ich auch daran zweifele, es klingt für mich eher nach einer Einordnung aller Leute, die einen Fernseher besitzen in die Kategorie derer, die in die schlechte Seite der Korrelation passen.
Der Ton macht nun mal die Musik und ich habe diese Aussagen noch nie in einem sachlichen Ton oder gar so eindeutig formuliert (verschwendete Zeit für MICH) vernommen.
Für mich klang das stets eher so: "Was??? Ihr habt einen Fernseher? Also WIR brauchen ja keinen. Muss ja jeder selber wissen, wie er seine kostbare Zeit verbringt..."
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herzbruch,
Mittwoch, 29. August 2012, 13:18
ganz ganz grossartige analogie, die merk ich mir, sollte ich in 16 jahren mal wieder auf eine party gehen. "nee, also WIR lesen keine zeitung." (weil die bild so scheisse ist...)
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arboretum,
Mittwoch, 29. August 2012, 13:32
Das Argument mit der Zeitung bekommt man jetzt schon zu hören. Aber vielleicht funktioniert es in 16 Jahren hinsichtlich des Internets ("nee, also WIR haben ja kein Internet mehr, das ist doch voller shitstorms. Und überhaupt, das sind alles nur Internetgammler, die kein echtes Leben haben. Wir entschleunigen lieber ..."). ;-)
Ich lebe auch schon seit 15 Jahren ohne Fernsehgerät - kein Platz. Ich habe schon einige Male ausrangierte Geräte angeboten bekommen, aber ich wüsste nicht, wo ich einen hinstellen sollte. Außerdem weiß ich, wie Livestream und Mediatheken funktionieren und "Tatort" schaue ich häufiger bei Kaktus und Rosarium. Im Übrigen verschwende ich Zeit im Internet. :-)
Ich lebe auch schon seit 15 Jahren ohne Fernsehgerät - kein Platz. Ich habe schon einige Male ausrangierte Geräte angeboten bekommen, aber ich wüsste nicht, wo ich einen hinstellen sollte. Außerdem weiß ich, wie Livestream und Mediatheken funktionieren und "Tatort" schaue ich häufiger bei Kaktus und Rosarium. Im Übrigen verschwende ich Zeit im Internet. :-)
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croco,
Mittwoch, 29. August 2012, 21:56
Mein pädagogisches Umfeld ist ja mit erhobenem Zeigerfinger geboren worden.
Für einen technikaffinen weiblichen Schnickschnackliebhaber wie mich haben sie nur ein müdes Rümpfen übrig. Bis, ja bis das dann alle anderen um sie herum haben. Vorher werden noch Erörterungen geschrieben und Aushänge formuliert, darüber welche schädlichen Einfluss Geräte mit Kabel und Batterien auf den menschlichen Verstand haben
Für einen technikaffinen weiblichen Schnickschnackliebhaber wie mich haben sie nur ein müdes Rümpfen übrig. Bis, ja bis das dann alle anderen um sie herum haben. Vorher werden noch Erörterungen geschrieben und Aushänge formuliert, darüber welche schädlichen Einfluss Geräte mit Kabel und Batterien auf den menschlichen Verstand haben
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c17h19no3,
Mittwoch, 29. August 2012, 19:16
das ist kein beruf, das ist eines der vielen synonyme für "arbeitslos" (wenn auch ein einigermaßen kreatives). so wie "selbstständig". (fragen sie mal meinen vater, der immer seufzt, da ich als "arbeitslose" ja angeblich nicht versichert sei.)
etymosoph und publizist ist demnach ein arbeitsloser, der gern irgendwo seine meinung ablässt. in einem blog vielleicht, oder in einem forum für von nervöser harnblase betroffene.
etymosoph und publizist ist demnach ein arbeitsloser, der gern irgendwo seine meinung ablässt. in einem blog vielleicht, oder in einem forum für von nervöser harnblase betroffene.
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