Donnerstag, 13. September 2012
Herzbruchens im Urlaub Teil 4
manchmal haben sie einfach echt streit.
bis gestern waren naemlich in dem apartamiento unter uns noch mann und frau, mitte 40 vielleicht, eher einfach gestrickt. interessanterweise hatten wir wohl das glueck, von all den lauten spaniern die allerlautesten gefunden zu haben. bis nachts um 1 diskutierten sie sehr laut, wobei man aber eigentlich nur sie hoerte. nun war meine vermutung folgende: beide sind verheiratet, allerdings mit anderen leuten. und um mal so richtig in ruhe sie wissen schon, kamen sie hierher, um mitten in der einoede usw. dann streit. vermutlich lag ich fast richtig, zumindest erzaehlte sie mir gestern vom balkon, aehnlich wie evita peron, dass der mann, nicht ihr gatte, nicht einmal ihr novio, ihr amigo halt, sehr geizig sei, und sie habe ja gar kein eigenes geld, und dann waren sie im restaurant und sie wollte tintenfisch essen, tintenfisch war allerdings a la carte und nicht teil des menus, und dann hat er ihr das verboten, und jetzt wollte sie am freitag mit uns an die costa brava fahren. ausserdem seien viel zu viele auslaender in spanien. usw.

haben wir auch alle ueberlebt, sie sind abgereist, wir fahren mit dem heilen auto morgen alleine an die costa brava, und in unserem haus herrscht heilige ruhe, bis auf die kuhglocken und jankende hunde ueberall.

und dann sind wir gestern auf die burg geklettert, was mit so viel sonne auf dem kopf und einem kleinkind schon recht anstrengend ist. sehr, sehr viele treppen, alles recht steil und endlos. und dann kommt man oben an und schaemt sich ein bisschen, dass man erstmal die wasserflasche rausholen muss, waehrend die reisegruppe 70+ sich angeregt unterhaelt. der fotoapparat war zu dem zeitpunkt uebrigens leergeknipst, wir konnten den grossen koerperlichen erfolg also nicht einmal festhalten.

wie die vielen alten leute in einer stadt, die ausschliesslich aus steilen treppen besteht, leben koennen, ist mir eh unerklaerlich. an der gesunden ernaehrung kann es nicht liegen. gestern waren wir naemlich auf familienbesuch bei senora carmen (79), die zum essen geladen hatte. wir durften uns im vorfeld etwas wuenschen, und ich hatte tortilla ausgesucht. das sei ja eine vorspeise, ein fleisch muesse noch besprochen werden. sie schlug kaninchen vor (conejo, in meinem kopf kurz verwechselt mit cojones, hoden, aber das konnte man aufklaeren), und es gab exakt das: eine tortilla als vorspeise, die ona fast komplett alleine gegessen hat, und ein kaninchen als fleisch. nichts dazu. nur ein kaninchen. als sosse erhitztes olivenoel, vermutlich war das das gemuese. als nachtisch gebaeck und eine banane. ein kurzer moment der spannung, da der mann ja immer auswaerts fragt, ob das biofleisch sei, aber er verwarf den gedanken.

ansonsten grosse kakerlake gesehen, traurig ueber babyhund und heute hace frio. aber wir gucken uns eh andere bergdoerfer an, bevor wir um 3 uhr bei amparo mit dem vielen parfum (wieder eine, hilfe) zum geburtstag eingeladen sind und dann um 5 uhr mit amparo ohne viel parfum ein bier trinken. da faellt mir noch ein, dass der mann gestern den ursprung allen raumduftes gefunden hat: ein duftstecker in der steckdose. das konnte ja keiner ahnen. liegt jetzt mit den potpourri-schaelchen auf dem balkon.

... comment

 
Jetzt will ich Sie mal erschrecken. Das in der Steckdose ist nicht der Raumdurft, es ist das Mückengift. Jetzt haben Sie wieder Mosquitos an Bord, aber kein Gestinke mehr.

... link  

 
neinnein, das war von ambipur... aber wir sind auch schon weg...

... link  


... comment