Donnerstag, 18. Oktober 2012
Effizienzverteilung 100/0
wenn man versucht, 2 berufsleben in vollzeit fernab der heimat und ein kleinkind im kindergarten bis 16.15h zu verwalten und eventuell anfallende schwierigkeiten kompetent zu loesen, muss man ja organisieren. ich kann das sehr gut und moechte gerne immer zeitnah wissen, wie denn genau die struktur ab sofort aussieht, der gatte wartet gerne, ob sich die schwierigkeiten nicht von alleine loesen. nun moechte ich ja gerne in diesem semester 3 tage im buero sein, da ich neue administrationsscheisse kompetenzen zugewiesen bekam, und da muss man jetzt eben ein wenig rechnen. ich habe dann mal eben schnell gerechnet und kam zu 3 denkbaren modellen, wie der mann montags bis mittwochs alleinverantwortlich das kind versorgen koennte. als ich ihm gestern abend am telefon die modelle vorstellen wollte, war er so mitfuehlend, mit dem satz "neinnein, du bist krank, das ist doch viel zu anstrengend" abzuwiegelnd. genaugenommen kam wahrscheinlich irgendwo eine fischdoku und er selbst war nicht sonderlich interessiert an der bearbeitung komplexer gebiete. also habe ich ihn heute gezwungen. und das sah so aus: ich frage, ob er die drei modelle, wovon eines besonders gut funktioniert, hoeren moechte. er moechte nicht und beginnt, voellig unzusammenhaengende zahlen auf ein blatt zu schreiben. ich schlage noch einmal vor, kurz... doch er unterbricht mich und googelt nach radroutenplanern und klappraedern. auf erstaunte nachfrage hin erklaert er, dass er lieber vom flughafen aus mit dem fahrrad in den kindergarten fahren wuerde, dann koenne er den regionalexpress nehmen, und der fuehre ja immerhin 5 minuten schneller als die s-bahn. ich gab zu bedenken, dass er ja nicht raketenmann sei und daher die frage, ob er mit dem rad schneller sei als mit der s-bahn, sich ja gar nicht stelle, und ueberhaupt koennten wir ja vielleicht wieder zum prozess der problemloesung zurueckkehren. im weiteren verlauf wies ich ihn noch kurz darauf hin, dass er ja gar nicht 40, sondern nur 38 stunden in der woche arbeite, was das ganze bild wieder zerstoerte, und er fing wieder von vorne an. ich ging rauchen. irgendwann war ich fertig und er 2 1/2 stunden spaeter auch, und raten sie mal, zu welchem ergebnis er kam? genau. es gibt potenziell 3 loesungen, wovon eine besonders gut funktioniert.

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Manchmal glaube ich, Sie schreiben von meinem Mann.

Aber dann haette am Ende stattdessen gestanden, dass er statt der drei Loesungen zu einer anderen, vierten, voellig unpraktikablen Loesung gekommen waere, weil er nicht alle notwendigen Parameter bedachte.

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Fischdoku? Wo denn?

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Wenn ich ihm mal eine Kopfnuss geben soll, ich könnte überraschend an einer Straßenecke auftauchen, mich kurz vorbeugen, Plock machen und wieder verschwinden und er wüsste nie, wer das gewesen ist.

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ich weiss ja nicht, wie gross sie sind, aber an seinen kopf kommt man nur sehr schwer dran. der befindet sich ja in 2 m hoehe...
ansonsten danke, ich werde darueber nachdenken. wenn ich naechste woche vom arbeiten nach hause komme, gucken wir einfach mal, ob die waesche von drei tagen auf dem boden neben der waeschetrommel liegt. und dann entscheide ich spontan.

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Das schaff ich. Ich bin 182cm, in Highheels 1,95 und hätte den Überraschungseffekt auf meiner Seite :-))

Abgemacht.

Bei uns ist es übrigens "Hat er diesmal Steine, Feuerzeuge, Zahnstocher, Kastanien oder Taschentücher mitgewaschen oder ist die helle Wäsche graurosa?" Auch nicht besser.

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Ach Gottchen, ihr habt es schon schwer. Bei Gelegenheit schließe ich Euch in meine Gebete mit ein... :-P

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wir wissen soviel unterstuetzung sehr zu schaetzen!

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Mach ich doch gerne... ;-)

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War die Gelegenheit schon? Meine Waschmaschine ist nämlich heute verstorben, das macht mich irgendwie misstrauisch.

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die ist jetzt mit meinen wmf-toepfen im haushaltshimmel.

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auf der anderen seite
sind das alles männer, die im haushalt helfen. sehen sie es so. ich hab letztens auch wäsche verfärbt.

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Natürlich. Meiner hilft sogar sehr viel.

Aber er kommuniziert, organisiert und plant 1:1 wie Herr Herzbruch im Posting "Effizienzverteilung 100/0" beschrieben wird.

Und jetzt bitte mal kurz vorstellen, das Haus brennt ab, die Versicherung streikt, die Gattin erkrankt todbringend und es gibt acht Milliarden Dinge zu organisieren, so dass die Dame des Hauses gezwungenermassen so flexibel wird wie drei Tüten Gummibänder. Daneben hoppelt dann das beschriebene Modell in der Gegend herum. Zweieinhalb Jahre lang. In einer Wohnung ohne richtige Küche und Schränke, mit Kleinkind.

Ich finde, ich durfte auch mal lästern. War auch das einzige Mal :-))))

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natürlich.
meiner lässt _immer_ die laden offen. In der küche, in der gerade mehrere menschen wuseln. und räumt nie den flaschenöffner weg. er geht lieber dreimal klein einkaufen als einmal groß (vergißt auch dinge beim einkaufen). er öffnet eine neue tüte nüsse, obwohl ihm am vorabend eine frische in ein vorratsglas umgefüllt habe. (vor seinen augen).

usw.

wie eine freundin letztens richtig sagte:
mit ihnen ist es manchmal kompliziert, aber ohne sie wäre es fad.

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