Montag, 12. November 2012
Auf Wunsch einer Einzelnen
herzbruch, 23:39h
lasse ich sie mal an nerdwitzen teilhaben, die ich heute gerissen habe und wegen denen kollegen noch immer die dicken baeuche im bett wackeln lassen. es gibt jedoch zwei probleme: 1) man kann die natuerlich gar nicht so erzaehlen, dass die fuer andere menschen lustig waeren, weswegen sie jeden respekt vor mir verlieren wuerden, und 2) die nerdwitze sind nur dann verstaendlich, wenn man praedikatenlogik erster ordnung und aussagenlogik versteht. da ich davon ausgehe, dass das hier niemand tut (und recht hammse!), kaeme vor der fehlenden pointe eine kleine einfuehrung in die formale logik. das muessen sie jetzt selbst entscheiden, ob sie das wollen. ich werde ja von ihnen allen dafuer bezahlt, dass ich es erklaere, warum also nicht auch hier. sollten sie weiterlesen wollen, vergessen sie bitte kurz alles, was sie persoenlich "logisch" finden.
------------schnipp----------------------------------
in der logik heissen aussagen "propositionen", und denen werden truth values (wahrheitswerte) zugewiesen. nicht jetzt wie versus luegen, sondern ob eine aussage theoretisch wahr sein koennte. "barack obama ist ein ameisenbaer" ist wahr iff (if and only if) barack obama ein ameisenbaer ist. dann bekommt die proposition den wahrheitswert 1, also "wahr". propositionen koennen auch wahrheitswert 0 bekommen, also unwahr sein, zb "der tote mensch ist lebendig", da tote menschen ja nicht lebendig sein koennen. nun ist barack obama ja auch gar kein ameisenbaer, aber wir koennen uns eine "moegliche welt" vorstellen, in der barack obama ein ameisenbaer ist. auch die aussage "der mond ist ein gruener kaese" ist wahr, iff der mond ein gruener kaese ist. man kann den wahrheitswert einer proposition berechnen, 1 oder 0.
(noch dabei?)
konditionale sind propositionen der form "wenn p dann q". und jetzt kommt schon der erste brueller: nachdem man mit mehreren leuten 60 minuten (auf englisch) ueber p und q geredet hat, verabschiedet sich herzbruch 5 minuten bevor die ganzen studenten aus der vorlesung kommen aus der runde mit: "i need to p, i don't want to q." (applaus und schallendes gelaechter, natuerlich nicht von ihnen, sie sind ja keine nerds.)
jetzt kommen propositionen mit evaluativen adverbien. "tom ist krank" ist eine einfache proposition, "tom ist leider krank" ist schwierig. logisch gesehen, nicht fuer sie natuerlich. vorschlag in der doktorarbeit, die es zu besprechen galt: zwei propositionen. ein weiterer beispielsatz: "chomsky, the most famous linguist in the world, blabla." hier hat man also die proposition chomsky blabla (1) und chomsky is the most famous linguist in the world (auch 1, da ja grundsaetzlich moeglich). meine frage an die doktorandin: gibt es eine obere begrenzung der wahrheitswerte, oder kann ich unendlich viele propositionen in einem satz berechnen. sie zoegert und fragt nach einem beispiel. ich biete an, man koenne ja noch ein evaluatives adverb einfuegen. und dann bringe ich den lacher des jahrhunderts, zumindest in meiner abteilung: "chomsky, unfortunately the most famous linguist in the world."
----------schnipp-----------------------------------
so, jetzt kennen sie nerdwitze. und wenn ich jetzt nicht aus der muttiblogszene entlassen werde, kommt demnaechst noch goedels unvollstaendigkeitssatz.
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in der logik heissen aussagen "propositionen", und denen werden truth values (wahrheitswerte) zugewiesen. nicht jetzt wie versus luegen, sondern ob eine aussage theoretisch wahr sein koennte. "barack obama ist ein ameisenbaer" ist wahr iff (if and only if) barack obama ein ameisenbaer ist. dann bekommt die proposition den wahrheitswert 1, also "wahr". propositionen koennen auch wahrheitswert 0 bekommen, also unwahr sein, zb "der tote mensch ist lebendig", da tote menschen ja nicht lebendig sein koennen. nun ist barack obama ja auch gar kein ameisenbaer, aber wir koennen uns eine "moegliche welt" vorstellen, in der barack obama ein ameisenbaer ist. auch die aussage "der mond ist ein gruener kaese" ist wahr, iff der mond ein gruener kaese ist. man kann den wahrheitswert einer proposition berechnen, 1 oder 0.
(noch dabei?)
konditionale sind propositionen der form "wenn p dann q". und jetzt kommt schon der erste brueller: nachdem man mit mehreren leuten 60 minuten (auf englisch) ueber p und q geredet hat, verabschiedet sich herzbruch 5 minuten bevor die ganzen studenten aus der vorlesung kommen aus der runde mit: "i need to p, i don't want to q." (applaus und schallendes gelaechter, natuerlich nicht von ihnen, sie sind ja keine nerds.)
jetzt kommen propositionen mit evaluativen adverbien. "tom ist krank" ist eine einfache proposition, "tom ist leider krank" ist schwierig. logisch gesehen, nicht fuer sie natuerlich. vorschlag in der doktorarbeit, die es zu besprechen galt: zwei propositionen. ein weiterer beispielsatz: "chomsky, the most famous linguist in the world, blabla." hier hat man also die proposition chomsky blabla (1) und chomsky is the most famous linguist in the world (auch 1, da ja grundsaetzlich moeglich). meine frage an die doktorandin: gibt es eine obere begrenzung der wahrheitswerte, oder kann ich unendlich viele propositionen in einem satz berechnen. sie zoegert und fragt nach einem beispiel. ich biete an, man koenne ja noch ein evaluatives adverb einfuegen. und dann bringe ich den lacher des jahrhunderts, zumindest in meiner abteilung: "chomsky, unfortunately the most famous linguist in the world."
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so, jetzt kennen sie nerdwitze. und wenn ich jetzt nicht aus der muttiblogszene entlassen werde, kommt demnaechst noch goedels unvollstaendigkeitssatz.
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das.cordonbleu,
Dienstag, 13. November 2012, 07:38
ich bin sooo froh, dass ich nicht studieren musste und ganz normal arbeiten gehen darf ... nach dem "(noch dabei?)" war ich übrigens nicht mehr mit dabei. ist das jetzt gut oder schlecht?
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jammernich,
Dienstag, 13. November 2012, 09:52
Also für mich sieht das hier noch reichlich nach Muttiblog aus...
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herzbruch,
Dienstag, 13. November 2012, 17:42
ich hab seine biographie hinter mir im regal stehen. bringe ich gleich mit nach hause.
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jammernich,
Dienstag, 13. November 2012, 18:00
Ich dürfte die Vorlesung mit dem Satz noch irgendwo im Keller haben...
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herzbruch,
Dienstag, 13. November 2012, 18:59
ah, du bist auch so einer. dann kann ich ja gleich stellvertretend dich anscheissen, wo ich doch bald umziehe und finde, dass man vorlesungsmitschriften von 1992 nicht mehr mitnehmen muss, wenn man zum beispiel gar nicht mehr in dem beruf arbeitet... (ich arbeite ja ziemlich genau da, wo man noch vorlesungsmitschriften von 1992 brauchen koennte, und ich kann ihnen sagen: geht auch ohne.)
vielen dank fuer ihre aufmerksamkeit.
vielen dank fuer ihre aufmerksamkeit.
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jammernich,
Dienstag, 13. November 2012, 20:07
Ist zwar voll albern hier zu antworten, während Du gerade neben mir Curry zauberst, aber ich bin zu faul zum Sprechen...
Ich habe nicht Vorlesungsmitschriften von 1992 gebunkert, sondern lediglich die Logikvorlesung. Und Logik kann man jawohl immer gebrauchen. :-P
1992. Pfff... Logik war im Hauptstudium. So alt bin ich dann auch wieder nicht.
Ich habe nicht Vorlesungsmitschriften von 1992 gebunkert, sondern lediglich die Logikvorlesung. Und Logik kann man jawohl immer gebrauchen. :-P
1992. Pfff... Logik war im Hauptstudium. So alt bin ich dann auch wieder nicht.
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croco,
Dienstag, 13. November 2012, 15:15
Ich musste zwei Mal grinsen.
Bin ich jetzt ein Nerd?
Bin ich jetzt ein Nerd?
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cati basmati,
Dienstag, 13. November 2012, 15:29
Und ich so "Hallo, meine Name ist Cati und ich bin ein nerd" und alle so Applaus.
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cabman,
Dienstag, 13. November 2012, 15:56
Ich fand beides lustig, frage mich aber, wofür das Wissen, welches Sie da vermitteln, Relevanz hat. Oder kurz: Wofür braucht man das?
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noschoko,
Dienstag, 13. November 2012, 16:21
yeah! goedel please :)
zahle allerdings meine steuern woanders...
zahle allerdings meine steuern woanders...
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herzbruch,
Dienstag, 13. November 2012, 17:36
@cabman: das ist sehr davon abhaengig, in welcher disziplin die logik eingebettet wird. die philosophen sagen wahrscheinlich "vergroesserung des weltwissens, ich sage so etwas wie "software wie zb automatische uebersetzungsprogramme leisten mehr, wenn sie auf einer semantischen interpretation aufbauen, als geht man nur von der oberflaechlichen struktur aus."
mit anderen worten: es gibt anwendungsbereiche. viele, allerdings sind sie weniger augenscheinlich als der nutzen eines mittels gegen krebs.
mit anderen worten: es gibt anwendungsbereiche. viele, allerdings sind sie weniger augenscheinlich als der nutzen eines mittels gegen krebs.
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vert,
Dienstag, 13. November 2012, 19:24
och, sonderforschungsbereiche "situierte künstliche kommunikatoren" werden schon ihren output haben, früher oder später, da hätte ich wenig sorgen.
ich bin so zwischen dem philosophen und frau herzbruch (mit tendenz zum philosophen;-) und sage "grundlagenforschung".
ich bin so zwischen dem philosophen und frau herzbruch (mit tendenz zum philosophen;-) und sage "grundlagenforschung".
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herzbruch,
Dienstag, 13. November 2012, 21:41
das ist auch genau richtig. ich habe ja technisch nicht die geringste ahnung von uebersetzungsautomaten, muss ich aber ja auch gar nicht. ich weiss, welches problem zu loesen ist, und wir machen sachen, die ca. 1% des problems abdecken. und das machen jetzt 100 leute fuer die naechsten 30 jahre, und dann faellt uns auf, dass wir zwar jetzt ein ganz anderes problem geloest haben, und dann freuen wir uns halt darueber.
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frau klugscheisser,
Dienstag, 13. November 2012, 16:27
Vielen Dank für die Erklärung aber über den letzten hätte ich sogar ohne jene gelacht (unser Freund Chomsky - ist er allerdings nur in einer Welt, in der Barack Obama ein Ameisenbär ist).
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herzbruch,
Dienstag, 13. November 2012, 17:36
unfortunately 0.
(noch einen gratis hinterher!)
(noch einen gratis hinterher!)
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kaltmamsell,
Dienstag, 13. November 2012, 21:23
Sie unterschätzen die Spinnerdichte in ihrem Eck des Internets. (Chomsky? The cunning linguist?)
Und Goedel per Griff ins Bücherregal auffrischen ist nicht entfernt so spaßig wie Ihre Erklärung. Go, Mutti!
Und Goedel per Griff ins Bücherregal auffrischen ist nicht entfernt so spaßig wie Ihre Erklärung. Go, Mutti!
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herzbruch,
Dienstag, 13. November 2012, 22:31
gerade die spinnerdichte macht es ja so unterhaltsam fuer mich.
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