Freitag, 2. November 2012
Leben mit Kleinkind
die eltern des selbsternannten bundeskanzlers der welt halten jetzt weltbestimmerkonferenz ab. so weit ist es gekommen.

... link (1 Kommentar)   ... comment


Dienstag, 30. Oktober 2012
Wenn ich nicht Mutti bin
sie befinden sich in einem 60er-jahre-hoersaal einer grossen deutschen universitaet. vorne steht das lehrpersonal (ich), in den gestaffelten reihen sitzen viele studenten und gucken interessiert. es ist erst die dritte sitzung des semesters, daher sind alle noch recht interessiert an der show, die die frau vorne liefert. sie redet. 10 min., 20 min., 30 min. dann malt sie ein tafelbild, eine mischung aus kunst und mengenlehre. dann schreibt sie in einen kreis "crap", dann sagt sie leise, dass man "crap" im oeffentlichen dienst ja nicht anschreiben kann und wischt es wieder weg. dann folgt eine schlimme zwangshandlung, die sich allwoechentlich wiederholt, wenn sie in dem raum liest, in dem es noch echte tafeln und kreide gibt. und tafellappen. sie ekelt sich oeffentlich. dann redet sie weiter, irgendwas mit schleiermacher und warum manche sprachen sachen so machen, andere anders. die menschen in den reihen sind hin und hergerissen, haben sie ja noch nie darueber nachgedacht, warum das so ist, und sie sind auch noch nicht 100prozentig davon ueberzeugt, dass das relevant ist. da sie aber keine klausur schreiben muessen, sondern einfach nur sitzen und zuhoeren, bleiben sie ruhig und fragen zu keinem zeitpunkt, ob das relevant sei (spoiler alert: in den naechsten wochen werden 10 von 50 nur noch koerperlich anwesend sein, geistig sind sie auf facebook. wenn es ein gutes semester ist, dann sind weitere 10 hinterher davon ueberzeugt, dass das alles furchtbar interessant sei. die weiteren 30 sind die, denen egal ist, ob das relevant ist, die werden zuhoeren und die werden es lernen, sich irgendwann dazu pruefen lassen, dann lehrer werden und alles vergessen. aber die sind eigentlich die angenehmsten.)
die zappelige frau vorne redet weiter, kommt innerhalb von wenigen minuten von "ich geh bahnhof" auf den prozess der unsichtbaren hand des oekonomen adam smith, und was das alles mit autos und kasusmarkierung zu tun hat. dann reibt sie wieder zwanghaft die haende, macht einen in ihren fachkreisen wirklich lustigen witz mit den woertern "occam's razor" und "complementary distribution", dann merkt sie, dass der nicht angekommen ist, erklaert folgerichtig occam's razor und komplementaere distribution, benutzt dann wieder den tafellappen, ekelt sich, und schwenkt dann zur kasusmarkierung im lateinischen, kommt sie doch aus der generation, in der philologen noch latein konnten. auf die aufforderung, die menschen in den reihen moegen sich doch bitte mal kurz die lateinischen kasusparadigmen vor augen holen, starren alle irritiert. dann rechnet sie kurz, in welchem jahr sie sich befindet und fragt das plenum, wie viele latein gelernt haetten. einer. sie reagiert erschrocken und wirft ein, latein sei ihre erste fremdsprache gewesen. jetzt reagiert das plenum erschrocken. sie muss etwas sagen, um die allgegenwaertige schocksituation zu durchbrechen und sagt: "i used to be a nerd." 100 augen durchbohren sie. sie guckt auf den tafellappen. und sieht im augenwinkel das tafelbild. "okay, i AM a nerd." und alle nicken.

... link (12 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 28. Oktober 2012
Und waehrend Sie noch ueber das Onanierverbot in Gremiensitzungen lachen
fahre ich gleich mit einer schaufel, zwei tiefgefrorenen ratten und frau n. ins buero.

... link (11 Kommentare)   ... comment