Mittwoch, 21. November 2012
Liebes Tagebuch
heute im buero nervenzusammenbruch erlitten. jetzt nach hause fahren, dann umzug. leider keine zeit fuer burnout.

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Montag, 12. November 2012
Auf Wunsch einer Einzelnen
lasse ich sie mal an nerdwitzen teilhaben, die ich heute gerissen habe und wegen denen kollegen noch immer die dicken baeuche im bett wackeln lassen. es gibt jedoch zwei probleme: 1) man kann die natuerlich gar nicht so erzaehlen, dass die fuer andere menschen lustig waeren, weswegen sie jeden respekt vor mir verlieren wuerden, und 2) die nerdwitze sind nur dann verstaendlich, wenn man praedikatenlogik erster ordnung und aussagenlogik versteht. da ich davon ausgehe, dass das hier niemand tut (und recht hammse!), kaeme vor der fehlenden pointe eine kleine einfuehrung in die formale logik. das muessen sie jetzt selbst entscheiden, ob sie das wollen. ich werde ja von ihnen allen dafuer bezahlt, dass ich es erklaere, warum also nicht auch hier. sollten sie weiterlesen wollen, vergessen sie bitte kurz alles, was sie persoenlich "logisch" finden.

------------schnipp----------------------------------

in der logik heissen aussagen "propositionen", und denen werden truth values (wahrheitswerte) zugewiesen. nicht jetzt wie versus luegen, sondern ob eine aussage theoretisch wahr sein koennte. "barack obama ist ein ameisenbaer" ist wahr iff (if and only if) barack obama ein ameisenbaer ist. dann bekommt die proposition den wahrheitswert 1, also "wahr". propositionen koennen auch wahrheitswert 0 bekommen, also unwahr sein, zb "der tote mensch ist lebendig", da tote menschen ja nicht lebendig sein koennen. nun ist barack obama ja auch gar kein ameisenbaer, aber wir koennen uns eine "moegliche welt" vorstellen, in der barack obama ein ameisenbaer ist. auch die aussage "der mond ist ein gruener kaese" ist wahr, iff der mond ein gruener kaese ist. man kann den wahrheitswert einer proposition berechnen, 1 oder 0.

(noch dabei?)

konditionale sind propositionen der form "wenn p dann q". und jetzt kommt schon der erste brueller: nachdem man mit mehreren leuten 60 minuten (auf englisch) ueber p und q geredet hat, verabschiedet sich herzbruch 5 minuten bevor die ganzen studenten aus der vorlesung kommen aus der runde mit: "i need to p, i don't want to q." (applaus und schallendes gelaechter, natuerlich nicht von ihnen, sie sind ja keine nerds.)

jetzt kommen propositionen mit evaluativen adverbien. "tom ist krank" ist eine einfache proposition, "tom ist leider krank" ist schwierig. logisch gesehen, nicht fuer sie natuerlich. vorschlag in der doktorarbeit, die es zu besprechen galt: zwei propositionen. ein weiterer beispielsatz: "chomsky, the most famous linguist in the world, blabla." hier hat man also die proposition chomsky blabla (1) und chomsky is the most famous linguist in the world (auch 1, da ja grundsaetzlich moeglich). meine frage an die doktorandin: gibt es eine obere begrenzung der wahrheitswerte, oder kann ich unendlich viele propositionen in einem satz berechnen. sie zoegert und fragt nach einem beispiel. ich biete an, man koenne ja noch ein evaluatives adverb einfuegen. und dann bringe ich den lacher des jahrhunderts, zumindest in meiner abteilung: "chomsky, unfortunately the most famous linguist in the world."

----------schnipp-----------------------------------

so, jetzt kennen sie nerdwitze. und wenn ich jetzt nicht aus der muttiblogszene entlassen werde, kommt demnaechst noch goedels unvollstaendigkeitssatz.

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Freitag, 9. November 2012
Amtlich
so. jetzt haben wir auch faktisch ein haus gemietet. und ich habe seit 2 tagen nichts mehr gegessen (keine zeit) und nicht geschlafen (keine ruhe). also genau die richtige basis, um jetzt hier die huette zu putzen, kommen doch gleich potenzielle nachmieter, und dann in den kindergarten zu fahren und dort eine party aufzubauen. waehrend des martinszuges werde ich mich im kofferraum dann ein wenig aufs ohr legen.

doch was war eigentlich passiert? in etwa folgendes:

wir wohnen ja gegenueber vom puff, im 2. stock altbau, mitten in der innenstadt. als wir hier einzogen, spielten drei faktoren eine rolle: 1) soziale anbindung an arthur und seine leute, 2) freundschaftspreis, 3) durch bahnhofsnaehe pendlerfreundlich. schon beim einzug wussten wir allerdings, dass wir auf jeden fall vor der einschulung ein grueneres domizil suchen wollten. dann holte uns die realitaet duesseldorfs ein: im idealfall haben wir 5 zimmer mit garten, im mindestfall haben wir 4 zimmer mit dachterrasse. da befanden wir uns dann schnell bei 1600 euro warm (idealfall gibt es erst gar nicht), und das fanden wir unangemessen. ausserhalb von duesseldorf zahlt man gut und gerne 400 euro weniger, dann allerdings 450 euro kindergarten im monat (ist in duesseldorf frei, sonst hier nirgends), dann muss man auch nicht in erkrath wohnen. oder vielleicht doch kaufen? nach ca. 10 besichtigungen erst mal wieder verworfen. nach der verbeamtung reden wir weiter. verplant auf lebenszeit gehe ich auch gerne das ein oder andere risiko ein, so nicht.

(vorspulen, abstumpfen)

unsere bereitschaft, horrende mieten zu zahlen steigt mit jedem regentag, den wir mit ona in der wohnung verbringen. und ich will ein haus. ich habe wohnungen satt, ich brauche eine treppe und niemanden unter dem trampelnden kind. damit ist duesseldorf raus. wir einigen uns auf eine stadt, die uns beiden gefaellt und beschliessen, dort im fruehjahr ein haus zu mieten. irgendeins. dann zufall: annonce fuer ein freistehendes haus in exklusiver wohnlage, fuer duesseldorfer verhaeltnisse riesiges grundstueck, so eben bezahlbar. besichtigung. vorteile: 150 m luftlinie zum kindergarten, ohne strassenueberquerung erreichbar, dennoch durch eine isoglosse komplett getrennt vom eher schwierigen stadtteil. spiessigstes dicke-hose-viertel, finde ich aber besser als reihenhaussiedlung. garten, garten, garten. dicke-hose-ausstattung (klimaanlagen, elektrisches garagentor und rollos, alarmanlage, sicherheitsverrammelung, neue mielekueche mit allem zipp und zapp, also echt jetzt, etc.), am ende eines wendehammers. keine autos, keine nachbarn, also schon, aber anders, kein laerm.
nachteile: haesslich von innen. und ein bisschen klein. und oelheizung. in erster linie aber eben haesslich. was will man machen.

wir machen jetzt haesslich. und schleppen nie mehr wasserkaesten hoch. und muessen jetzt gartensachen kaufen. bzw. im fruehling. haben ja nix, nur ein schueppchen fuer den friedhof. und in ein paar jahren setzen wir uns mit omma wieder an den tisch und reden ueber kaufen, so ist es abgemacht. es sei denn, wir fuehlen uns nicht wohl. dann ziehen wir halt wieder weg. am 29 dezember kommt uebrigens der umzugsservice. sollte vorher jemand bock auf streichen haben: wir wuerden uns freuen, sonst wohnen wir nachher noch in bluemchentapete. anstreicher ist dank duemmsten verhaltens des mannes zum lackieren bestellt (und nach dem vorzaehlen der kaution denkt man ja "1200 euro extra fuer die holzdecke in weiss, ach ist ja auch jetzt egal"). ist auch garantiert unbezahlt. ach, kein interesse? okay, verstehe ich. haette ich ja auch nicht.

nachtrag: 29. dezember? das war wunschdenken! NOVEMBER. in drei wochen. bin ich erwachsen.

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