Freitag, 14. Juni 2013
Nicht-Tagebuchbloggen: 32
heute habe ich original den ganzen tag im wohnzimmer vor dem esstisch gestanden und und auf einen schwarzen stift gedrückt. so muss es zumindest zwischen 9 und 16 uhr ausgesehen haben, falls jemand durch die hecke geguckt hat. der schwarze stift war der laserpointer, und auf dem tisch stand mein laptop mit dem vortrag, die ich 7 mal durchgesprochen habe. nicht zufriedenstellend, muss ich leider sagen, doch statt jetzt in wilden aktionismus zu verfallen und im zweifelsfall heute nacht um 3 noch von irgend einer mammutgrammatik erschlagen zu werden, habe ich soeben 2 gläser sekt getrunken, und jetzt gehe ich ins bett und träume von behagels gesetz der wachsenden glieder. nicht was sie denken. und morgen stehe ich auf und fahre zum ersten proben unter ernstfallbedingungen, und mein kopf wird sich das vermutlich heute nacht alles alleine brav sortiert haben. das ist ja immer so.

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Freitag, 14. Juni 2013
Nicht-Tagebuchbloggen: 31
alles ist gut geworden. peter, der geschmackvollere bruder von roland kaiser, macht ja auch durchaus schwarze pumps für erwachsene frauen, die noch nicht auf einem 20 cm dickem absatz laufen wollen. ein wenig erniedrigend fand ich es allerdings, dass in dem schuhladen neben dem, wo man immer fündig wird, für "größe 41 aufwärts" ein stockwerk höher gehen muss. dort verlässt man dann den bereich, in dem eine große auswahl an farben, formen und marken feilgeboten werden. es ist quasi so, dass es, ist man erstmal oben angekommen, nur noch eierschalfarbene romikaschuhe mit lochmustern gibt. gut, ich übertreibe vielleicht ein wenig, doch hingehen kann ich leider dort nicht mehr. ich fühle mich diskriminiert und ausgegrenzt.

kleiner sprung: im bett neben mir liegt gerade mein mann und redet über schimanski. soeben fragt er mich: "sehe ich eigentlich besser aus als schimanski in seinem ersten tatort?" -- "ja naTÜRlich. und hast du jetzt gesehen, wie das geht? drei sekunden warten, damit es so aussieht, als hätte man ernsthaft drüber nachgedacht, und dann mit fester stimme und überzeugtem unterton ein kompliment machen."

daher breche ich jetzt ab. wir müssen jetzt gucken, welche schauspieler in den 80ern besser aussahen als mein mann heute. und das klingt viel lustiger als bloggen.

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Mittwoch, 12. Juni 2013
Nicht-Tagebuchbloggen: 30
der vermutlich schlimmste, traumatisierendste und einschneidendste tag meines kompletten lebens war, äh, neulich irgendwann. an diesem ort ist es ja nicht so oft zur sprache gekommen, aber in meinen leben vor dem kind habe ich einen großteil ihrer steuergelder meines lohns für schuhwerk ausgegeben. mir ist einst ein koffer auf dem weg von boston nach hause abhanden gekommen (einer von zweien), und als ich angeben musste, was drin war, konnte ich ohne nachzudenken sagen: "8 paar pumps größe 39 und ein buch über prädikatenlogik". mein damaliger chef war sich sicher, dass dieser koffer eineindeutig einer person auf der ganzen welt zugeordnet werden könnte.

dann kam ja das kind, und mit ihm der birkenstock. nein, das ist natürlich übertrieben, doch hinterm kinderwagen hing ich in der regel in adidas samba. zu anlässen habe ich in der regel fluevogs bemüht, die allerdings auch oft sehr bequem geschnitten sind, sodass man erst nach einiger zeit schmerzen kriegt (oder nie, wenn man es gewöhnt ist, bin ich aber ja nicht mehr).

nach einem jahr kinderwagenschieben kaufte ich schuhe in größe 40, und da mein arbeitsplatz ja immer mit reisen verbunden ist, legte ich wert auf komfort. und dann ging ich ca. 3 jahre komfortabel arbeiten, und dann war neulich.

da stand ich nämlich mit frau n. im schuhladen und probierte mehrere schuhe in 40 an, und alle waren zu klein. der verdrängungsprozess setzte ein, denn ich kann ja jetzt nicht noch größere füße kriegen, dann passt ja in meinem doch recht großen repertoire nix mehr. und nun brauchte ich schwarze pumps. elegant, wenn nötig auch ein teueres modell. ich ließ mir welche schicken, 2 paar in 40, 2 paar in 41. die 40er habe ich nicht einmal ausgepackt, so groß sind meine clownfüße geworden. doch auch die 41er, teuer, bestens verarbeitet, von jemandem gemacht, der füße respektiert, sind sehr, wie soll ich es sagen, fußbetont. früher hatte ich einen hohen spann. heute habe ich einen breiten fuß.

mit der moralischen unterstützung des mannes holte ich eben ca. 10 paar hohe schuhe aus dem schrank und probierte sie an. zu klein. durch die bank. den rest des abends werde ich damit verbringen, herauszufinden, wie man fußvergrößerungen rückgängig machen kann. dann werde ich mich in den schlaf weinen, adidas samba und birkenstocks verteufeln, weil sie meine fußform ausgeleiert haben wie den beckenboden von frau von der leyen, und dann werde ich morgen darüber nachdenken, wie ich damit umgehen werde. vermutlich ist auch dies (bemerkte mein mann, nicht, ohne es mit "versteh mich jetzt nicht falsch, du bist ja noch sehr jung und hübsch" einzuleiten) ein alterungsprozess. so ähnlich wie die körperteile, die der schwerkraft erliegen. nur, dass nicht die schwerkraft zieht, sondern die masse drückt. ich jedenfalls verabschiede mich wieder einmal von einer lebensphase.

(und bevor sie mir jetzt alle emails schreiben: nein, die fluevogs passen alle noch, aber danke der nachfrage)

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