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Montag, 17. September 2012
Herzbruchens im Urlaub Teil - ach egal
herzbruch, 20:55h
schlechte internetsituation, daher gute buchlese-ausbeute. keyes wird auf seite 700 endlich ein bisschen interessant.
ansonsten sind wir in einem villenviertel 3 km entfernt vom tourismus. das ist insofern interessant, da das a) kein tourist kennt und b) alle villenbesitzer aus mettmann kommen. wir fahren ja spanischen leihwagen und sind somit undercover, doch man wundert sich.
ulla, eine villenbesitzerin, die wir am privatstrand trafen, erlaeuterte, dass jetzt die deutschen senioren kommen, nachdem deren kinder in den ferien mit wiederum deren kindern in den villen waren. und genauso kann man es beschreiben. deutsche senioren. ueberall. finde ich allerdings sehr entspannend, da die ja immer ganz verliebt das schwimmende kind angucken.
was mir den badespass ein bisschen vermiest ist der feinkies. ich bin ja eine freundin des gepflegten fusses, und heute ist es endlich soweit: ich kann keinen meter mehr auf feinkies laufen. in sandalen ist es noch schlimmer als barfuss, aber im grossen und ganzen habe ich das gefuehl, dass ich auf rohem fleisch laufe. tue ich aber nicht. gut, dass ich zwei (?) bimssteine eingepackt habe. waehrend die deutschen senioren im feinkies naturbimsen, bleibe ich einfach auf dem balkon ueberm meer, lese schlechte literatur und bimse in der wanne.
und interessanterweise habe ich scheinbar nach einer woche den punkt erreicht, an dem ich alle leute verstehe. woran es liegt, ist schwer zu sagen. vielleicht daran, dass alle aus mettmann kommen.
unser domzil ist uebrigens eher geht so. es riecht genau so, wie man es sich vorstellen wuerde, wenn ein haus 1970 mit moebeln von omma aus mettmann ausgestattet wurde und dann 40 jahre lang 7 monate im jahr nicht gelueftet wird. ich haette nicht gedacht, dass ich das mal sage, aber ich wuensche mir den raumduft zurueck. und ameisen. ueberall ameisen. und noch immer kein gemuese. und mann sonnenbrand, ich sehe nach einem tag am strand aus wie whoopi goldberg, kind geht ohne weiteres immer als spanier durch.
meerblick ist was feines, und wir diskutieren sogar die immobiliensituation. leider gar nicht die in duesseldorf und bezahlbarer umgebung, sondern die frage, ob wir nicht ein haus an der costa brava kaufen sollten. ich war aber dagegen. bezahlbares haus gut und schoen, aber 1600 km vom arbeitsplatz entfernt ist noch alberner als die jetzigen 300. und wir sind ja noch keine senioren. sollte die phase eintreten, reden wir weiter.
ansonsten sind wir in einem villenviertel 3 km entfernt vom tourismus. das ist insofern interessant, da das a) kein tourist kennt und b) alle villenbesitzer aus mettmann kommen. wir fahren ja spanischen leihwagen und sind somit undercover, doch man wundert sich.
ulla, eine villenbesitzerin, die wir am privatstrand trafen, erlaeuterte, dass jetzt die deutschen senioren kommen, nachdem deren kinder in den ferien mit wiederum deren kindern in den villen waren. und genauso kann man es beschreiben. deutsche senioren. ueberall. finde ich allerdings sehr entspannend, da die ja immer ganz verliebt das schwimmende kind angucken.
was mir den badespass ein bisschen vermiest ist der feinkies. ich bin ja eine freundin des gepflegten fusses, und heute ist es endlich soweit: ich kann keinen meter mehr auf feinkies laufen. in sandalen ist es noch schlimmer als barfuss, aber im grossen und ganzen habe ich das gefuehl, dass ich auf rohem fleisch laufe. tue ich aber nicht. gut, dass ich zwei (?) bimssteine eingepackt habe. waehrend die deutschen senioren im feinkies naturbimsen, bleibe ich einfach auf dem balkon ueberm meer, lese schlechte literatur und bimse in der wanne.
und interessanterweise habe ich scheinbar nach einer woche den punkt erreicht, an dem ich alle leute verstehe. woran es liegt, ist schwer zu sagen. vielleicht daran, dass alle aus mettmann kommen.
unser domzil ist uebrigens eher geht so. es riecht genau so, wie man es sich vorstellen wuerde, wenn ein haus 1970 mit moebeln von omma aus mettmann ausgestattet wurde und dann 40 jahre lang 7 monate im jahr nicht gelueftet wird. ich haette nicht gedacht, dass ich das mal sage, aber ich wuensche mir den raumduft zurueck. und ameisen. ueberall ameisen. und noch immer kein gemuese. und mann sonnenbrand, ich sehe nach einem tag am strand aus wie whoopi goldberg, kind geht ohne weiteres immer als spanier durch.
meerblick ist was feines, und wir diskutieren sogar die immobiliensituation. leider gar nicht die in duesseldorf und bezahlbarer umgebung, sondern die frage, ob wir nicht ein haus an der costa brava kaufen sollten. ich war aber dagegen. bezahlbares haus gut und schoen, aber 1600 km vom arbeitsplatz entfernt ist noch alberner als die jetzigen 300. und wir sind ja noch keine senioren. sollte die phase eintreten, reden wir weiter.
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Freitag, 14. September 2012
Herzbruchens im Urlaub Teil 5
herzbruch, 14:08h
im sueden nix neues. auto in ordnung, kind aufsaessig, hace frio, keine nahrung ohne ei oder schinken/fleisch, das vokabular des kindes erweitert sich. er ist der meinung, dass er inzwischen genug woerter kann, naemlich: hola, adios, gracias, caramellos (bonbons) und pompas de jabon (seifenblasen). damit kommt er in dem dorf, in dem jeder ueber 60 (und das sind fast alle) ihn mit bonbons bewirft oder ihm einen euro gibt, zum seifenblasenkaufen, auch sehr weit. unser neues wort ist pajita (strohhalm), danach muss man immer fragen, sonst gibts gebruell.
gleich dann also tossa del mar. ich bin gespannt, wie dort das gemueseangebot ist. (gestern in mirambel, einem anderen bergdorf, fanden wir obst und gemuese ja in einem touristenladen, wie vielsagend. ansonsten bleibt es bei tortillas de patatas, haette ich 98 das geld gehabt, haette ich die wahrscheinlich 3 monate lang gegessen.
und dann noch eine kleine impression eines typischen gespraechs zwischen zb tante amparo (gestern 70. geburtstag) und mir (blubblubb signalisiert sprache, die ich nicht verstehe):
a: "hallo, schoen, dass ihr da seid, blubblubb kuchen, blubblubb setzt euch."
h: "ja, lecker."
a: "mama (senora leonida, ist vorgestern 97 geworden) blubblubb blubblubb krank blubblubb blubblubb schwierig"
h: "oh je, schlimm, arme mama."
a: ?? (vermutlich sagte sie, dass sie so froh ist, dass mama nicht krank ist)
h: "mich finden kaffee gestern so lecker in spanien, ist immer so kraeftig."
a: "ja, blubblubbblubblubbblubblubbblubblubbblubblubb deutschland. auch. welchen blubblubb?"
h: "nespresso."
a: "aaaaah."
h: "kommen noch familien zum feiern etwa tochter?"
a: "cobadonga." (name der tochter, herzbruch vollkommen verwirrt, klingt er doch in meinen ohren wie eine afrikanische tierart.)
arbeit blubblubbblubblubb spanien sehr schlecht."
h: "sehr schlecht. schlimm."
a: "regierung. schlecht blubblubbblubblubb arbeit. geld. sehr schlecht."
h: "ja, sehr schlecht."
a: "du verstehst uns."
h: "claro."
dazu muss man noch erwaehnen, dass ich gar nicht genau unterscheiden kann im redefluss, welche teile spanisch und welche valenciano sind. aber da ich eh nur substantive identifiziere, aendert das auch nix.
gleich dann also tossa del mar. ich bin gespannt, wie dort das gemueseangebot ist. (gestern in mirambel, einem anderen bergdorf, fanden wir obst und gemuese ja in einem touristenladen, wie vielsagend. ansonsten bleibt es bei tortillas de patatas, haette ich 98 das geld gehabt, haette ich die wahrscheinlich 3 monate lang gegessen.
und dann noch eine kleine impression eines typischen gespraechs zwischen zb tante amparo (gestern 70. geburtstag) und mir (blubblubb signalisiert sprache, die ich nicht verstehe):
a: "hallo, schoen, dass ihr da seid, blubblubb kuchen, blubblubb setzt euch."
h: "ja, lecker."
a: "mama (senora leonida, ist vorgestern 97 geworden) blubblubb blubblubb krank blubblubb blubblubb schwierig"
h: "oh je, schlimm, arme mama."
a: ?? (vermutlich sagte sie, dass sie so froh ist, dass mama nicht krank ist)
h: "mich finden kaffee gestern so lecker in spanien, ist immer so kraeftig."
a: "ja, blubblubbblubblubbblubblubbblubblubbblubblubb deutschland. auch. welchen blubblubb?"
h: "nespresso."
a: "aaaaah."
h: "kommen noch familien zum feiern etwa tochter?"
a: "cobadonga." (name der tochter, herzbruch vollkommen verwirrt, klingt er doch in meinen ohren wie eine afrikanische tierart.)
arbeit blubblubbblubblubb spanien sehr schlecht."
h: "sehr schlecht. schlimm."
a: "regierung. schlecht blubblubbblubblubb arbeit. geld. sehr schlecht."
h: "ja, sehr schlecht."
a: "du verstehst uns."
h: "claro."
dazu muss man noch erwaehnen, dass ich gar nicht genau unterscheiden kann im redefluss, welche teile spanisch und welche valenciano sind. aber da ich eh nur substantive identifiziere, aendert das auch nix.
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Donnerstag, 13. September 2012
Herzbruchens im Urlaub Teil 4
herzbruch, 12:16h
manchmal haben sie einfach echt streit.
bis gestern waren naemlich in dem apartamiento unter uns noch mann und frau, mitte 40 vielleicht, eher einfach gestrickt. interessanterweise hatten wir wohl das glueck, von all den lauten spaniern die allerlautesten gefunden zu haben. bis nachts um 1 diskutierten sie sehr laut, wobei man aber eigentlich nur sie hoerte. nun war meine vermutung folgende: beide sind verheiratet, allerdings mit anderen leuten. und um mal so richtig in ruhe sie wissen schon, kamen sie hierher, um mitten in der einoede usw. dann streit. vermutlich lag ich fast richtig, zumindest erzaehlte sie mir gestern vom balkon, aehnlich wie evita peron, dass der mann, nicht ihr gatte, nicht einmal ihr novio, ihr amigo halt, sehr geizig sei, und sie habe ja gar kein eigenes geld, und dann waren sie im restaurant und sie wollte tintenfisch essen, tintenfisch war allerdings a la carte und nicht teil des menus, und dann hat er ihr das verboten, und jetzt wollte sie am freitag mit uns an die costa brava fahren. ausserdem seien viel zu viele auslaender in spanien. usw.
haben wir auch alle ueberlebt, sie sind abgereist, wir fahren mit dem heilen auto morgen alleine an die costa brava, und in unserem haus herrscht heilige ruhe, bis auf die kuhglocken und jankende hunde ueberall.
und dann sind wir gestern auf die burg geklettert, was mit so viel sonne auf dem kopf und einem kleinkind schon recht anstrengend ist. sehr, sehr viele treppen, alles recht steil und endlos. und dann kommt man oben an und schaemt sich ein bisschen, dass man erstmal die wasserflasche rausholen muss, waehrend die reisegruppe 70+ sich angeregt unterhaelt. der fotoapparat war zu dem zeitpunkt uebrigens leergeknipst, wir konnten den grossen koerperlichen erfolg also nicht einmal festhalten.
wie die vielen alten leute in einer stadt, die ausschliesslich aus steilen treppen besteht, leben koennen, ist mir eh unerklaerlich. an der gesunden ernaehrung kann es nicht liegen. gestern waren wir naemlich auf familienbesuch bei senora carmen (79), die zum essen geladen hatte. wir durften uns im vorfeld etwas wuenschen, und ich hatte tortilla ausgesucht. das sei ja eine vorspeise, ein fleisch muesse noch besprochen werden. sie schlug kaninchen vor (conejo, in meinem kopf kurz verwechselt mit cojones, hoden, aber das konnte man aufklaeren), und es gab exakt das: eine tortilla als vorspeise, die ona fast komplett alleine gegessen hat, und ein kaninchen als fleisch. nichts dazu. nur ein kaninchen. als sosse erhitztes olivenoel, vermutlich war das das gemuese. als nachtisch gebaeck und eine banane. ein kurzer moment der spannung, da der mann ja immer auswaerts fragt, ob das biofleisch sei, aber er verwarf den gedanken.
ansonsten grosse kakerlake gesehen, traurig ueber babyhund und heute hace frio. aber wir gucken uns eh andere bergdoerfer an, bevor wir um 3 uhr bei amparo mit dem vielen parfum (wieder eine, hilfe) zum geburtstag eingeladen sind und dann um 5 uhr mit amparo ohne viel parfum ein bier trinken. da faellt mir noch ein, dass der mann gestern den ursprung allen raumduftes gefunden hat: ein duftstecker in der steckdose. das konnte ja keiner ahnen. liegt jetzt mit den potpourri-schaelchen auf dem balkon.
bis gestern waren naemlich in dem apartamiento unter uns noch mann und frau, mitte 40 vielleicht, eher einfach gestrickt. interessanterweise hatten wir wohl das glueck, von all den lauten spaniern die allerlautesten gefunden zu haben. bis nachts um 1 diskutierten sie sehr laut, wobei man aber eigentlich nur sie hoerte. nun war meine vermutung folgende: beide sind verheiratet, allerdings mit anderen leuten. und um mal so richtig in ruhe sie wissen schon, kamen sie hierher, um mitten in der einoede usw. dann streit. vermutlich lag ich fast richtig, zumindest erzaehlte sie mir gestern vom balkon, aehnlich wie evita peron, dass der mann, nicht ihr gatte, nicht einmal ihr novio, ihr amigo halt, sehr geizig sei, und sie habe ja gar kein eigenes geld, und dann waren sie im restaurant und sie wollte tintenfisch essen, tintenfisch war allerdings a la carte und nicht teil des menus, und dann hat er ihr das verboten, und jetzt wollte sie am freitag mit uns an die costa brava fahren. ausserdem seien viel zu viele auslaender in spanien. usw.
haben wir auch alle ueberlebt, sie sind abgereist, wir fahren mit dem heilen auto morgen alleine an die costa brava, und in unserem haus herrscht heilige ruhe, bis auf die kuhglocken und jankende hunde ueberall.
und dann sind wir gestern auf die burg geklettert, was mit so viel sonne auf dem kopf und einem kleinkind schon recht anstrengend ist. sehr, sehr viele treppen, alles recht steil und endlos. und dann kommt man oben an und schaemt sich ein bisschen, dass man erstmal die wasserflasche rausholen muss, waehrend die reisegruppe 70+ sich angeregt unterhaelt. der fotoapparat war zu dem zeitpunkt uebrigens leergeknipst, wir konnten den grossen koerperlichen erfolg also nicht einmal festhalten.
wie die vielen alten leute in einer stadt, die ausschliesslich aus steilen treppen besteht, leben koennen, ist mir eh unerklaerlich. an der gesunden ernaehrung kann es nicht liegen. gestern waren wir naemlich auf familienbesuch bei senora carmen (79), die zum essen geladen hatte. wir durften uns im vorfeld etwas wuenschen, und ich hatte tortilla ausgesucht. das sei ja eine vorspeise, ein fleisch muesse noch besprochen werden. sie schlug kaninchen vor (conejo, in meinem kopf kurz verwechselt mit cojones, hoden, aber das konnte man aufklaeren), und es gab exakt das: eine tortilla als vorspeise, die ona fast komplett alleine gegessen hat, und ein kaninchen als fleisch. nichts dazu. nur ein kaninchen. als sosse erhitztes olivenoel, vermutlich war das das gemuese. als nachtisch gebaeck und eine banane. ein kurzer moment der spannung, da der mann ja immer auswaerts fragt, ob das biofleisch sei, aber er verwarf den gedanken.
ansonsten grosse kakerlake gesehen, traurig ueber babyhund und heute hace frio. aber wir gucken uns eh andere bergdoerfer an, bevor wir um 3 uhr bei amparo mit dem vielen parfum (wieder eine, hilfe) zum geburtstag eingeladen sind und dann um 5 uhr mit amparo ohne viel parfum ein bier trinken. da faellt mir noch ein, dass der mann gestern den ursprung allen raumduftes gefunden hat: ein duftstecker in der steckdose. das konnte ja keiner ahnen. liegt jetzt mit den potpourri-schaelchen auf dem balkon.
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