Mittwoch, 29. Mai 2013
Nicht-Tagebuchbloggen: 21
heute blogge ich (ich denke, ich kann "wir" sagen, muss ich doch frau n. gleich noch ermahnen, auch zu bloggen) sehr früh. mittwochs, das wissen die meisten ja, ist hier in meinem zweitwohnsitz ja religion, putzfrau, mittwochskind und sport, heute war jedoch kein religion, dafür party. die herren herzbruch reisen später an, und frau n. und ich haben die letzten 4 stunden dinge zubereitet. die putzfrau war zwar da, wovon man in der küche allerdings schon deutlich weniger sieht, zudem laufen gerade zwei kinder mit einer tüte puderzucker durch die wohnung.

als mitbewohner konnte ich mir im übrigen für die anberaumte party gewisse privilegien herausnehmen. so darf ich zb im masterbad aufs klo gehen. es ist nämlich ja grundsätzlich nicht so günstig, wenn die putzfrau am morgen bevor eine ganze fußballmannschaft betrunken durch das klo geschleust wird kommt. sagte max goldt ja irgendwo schon so treffend. der schlaue mensch putzt ja immer nach der party. für die zerstörung der restlichen wohnung kann ich ganz gezielt mann und kind einsetzen, die sich ja unterschiedlich spezialisiert haben. der mann zerwirft ja sehr fachmännisch all die glas- und porzellanwaren, die nicht aus dem supermarkt sind, sondern teuer, und das kind kann mit einer einzigen tüte chips ganze zimmer umdekorieren. ich bin mir sicher: das wird ein heidenspaß

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Mittwoch, 29. Mai 2013
Nicht-Tagebuchbloggen: 20
in den letzten 3 jahren habe ich über 8000 bahn bonus punkte gesammelt. das klingt ja erstmal wie eine gute nachricht, kann man punkte ja in prämien umwandeln. (die schlechte ist wohl, dass ich folglich auch mehr als 8000 euro an fahrtkosten verballert habe. so ist das halt.) da ich ja nach diesem semester nicht mehr pendeln werde, wird es also zeit, die gewünschten prämien, in meinem falle freifahrten, einzülösen. zu diesem zwecke befand ich mich gerade auf meiner punkteübersichtsseite. dort musste ich dann feststellen, dass anscheinend nicht nur mein hirn unbemerkt auf deadlines hinarbeitet, sondern dass mein körper wohl auch unbemerkt reist. so fuhr er zb am 15.02. von emmerich nach arnheim zuid und zurück (58 euro), und kurz danach, am 24.03., traute er sich schon deutlich weiter und fuhr von düsseldorf (immerhin, wer weiß, wie er überhaupt nach emmerich gekommen ist) nach - spannung - karaganda pass. sie wissen nicht, wo das ist? wusste ich auch nicht, ich habe es aber nachgesehen. in kasachstan. dank der welt online weiß ich auch, dass eine zugfahrt von berlin nach kasachstan 99 stunden dauert. daraus ergeben sich ja jetzt mehrere fragen.

1) wie ist es möglich, dass eine zugfahrt, die offensichtlich mehr als 99 stunden dauert, nur 69 euro kostet, während meine wöchentliche zugfahrt, die deutlich kürzer dauert, 80 euro kostet?

2) wie kann mein körper sich einfach unbemerkt mehrere tage lang nach kasachstan verabschieden? was macht mein kopf denn dann? ach ja, vermutlich heimlich arbeiten.

3) weiß mein körper nicht, dass ich inzwischen zu alt und zu sehr in-der-mitte-der-gesellschaft-angekommen bin, als dass ich noch irgendwohin mit dem zug fahren würde, wo man die schlafmöglichkeit mit reinrechnen müsste. oder mit dem bus. im studium damals, 28 stunden mit dem bus nach barcelona (17 stunden mit dem zug war uns zu teuer), das war in ordnung. aber heute, da bleibe ich doch entweder zuhause. kein oder.

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Montag, 27. Mai 2013
Nicht-Tagebuchbloggen: 19
nachdem ich mir gestern ja schon den titel verfrüht einfallen ließ, hätte ich ja im prinzip eine ruhige zugfahrt haben können, wäre ich nicht gehauen worden. und das kam so: der zug war mittelvoll, und in düsseldorf stiegen recht viele menschen mit gepäck ein. ich bin ja auch immer mit gepäck, heute zb mit einem koffer und meiner handtasche, die man auch durchaus schon als gepäck zählen könnte. ich stand ein wenig ungünstig, und als der zug kam, musste ich mich hinten in der einsteigeschlange einordnen. vor mir stiegen sehr viele senioren mit großen koffern ein (kurwochen in süddeutschland?), doch ich war sehr guter dinge, dass ich noch einen platz finden würde, ich habe ja inzwischen erfahrung. als wir im pulk rechts ins abteil abbogen, merkte ich etwas zu spät erst, dass eine nicht unwesentlich kleinere gruppe von senioren mit koffern von der anderen seite ins gleiche abteil liefen und entschied, mich einfach umzudrehen und in die andere richtung zu laufen. zu dem zeitpunkt stand ich schon zwischen den letzten sitzreihen, und zu meiner rechten saß auf dem gangplatz eine sehr, sehr füllige frau. ich signalisierte dem senior hinter mir, dass ich gerne umdrehen wolle, was platztechnisch auch überhaupt kein problem war, und setzte gerade an, wieder loszulaufen, als mir sehr, sehr feste fünfmal auf den rücken gehauen würde. nicht nett gestupst, nein, feste gehauen. und dann keifte die dicke frau in der letzten reihe los. meine handtasche hätte sie gestriffen, ich solle mal besser darauf aufpassen. meine frage, ob sie mich deshalb jetzt gehauen hätte, konterte sie mit "sie haben mich ja wohl zuerst gestriffen!" da der fluchtweg ins nächste abteil für koffer und mich leichter passierbar schien als für die hauende frau, sagte ich dann noch etwas mit "raumforderung im gang" und ging. alle irre. hauen, wo gibt's denn sowas.

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